Zugewinnausgleich als Kapitalanlage?

4. Februar 2014

marion-bayer-portrait-220x316pxIm Rahmen eines Scheidungsverfahrens sind wir häufig mit der Frage konfrontiert, ob wir einen Zugewinnausgleichsanspruch unseres Mandanten mit in den – wie gesetzlich so vorgesehen – Scheidungsverbund mitaufnehmen oder ihn isoliert geltend machen.

Häufig sind die Mandanten daran interessiert, schnell geschieden zu werden. Gleichzeitig ziehen sich die Verhandlungen über den Zugewinnausgleich in die Länge. Üblicherweise wird jahrelang hin und her korrespondiert. Wenn am Ende eine Einigung nicht erzielt werden kann ist dies für denjenigen, der einen Anspruch gegen den Ex-Ehegatten hat, im Moment doppelt ärgerlich:

Die bankübliche Verzinsung befindet sich bekanntermaßen auf einem historischen Tiefstand. Die Verzugs- und Prozesszinsen demgegenüber sind beinah gigantisch, es können sich wegen der naturgemäß meist langen Verfahrensdauer erhebliche Summen allein an Zinsen ansammeln.

Die Zeit, in der außergerichtlich korrespondiert worden war, ist verloren, da hier meist nicht wirksam in Verzug gesetzt werden konnte.

Zinsen auf seine Zugewinnausgleichsforderung bekommt der Mandant erst ab Rechtskraft seiner Scheidung und meist erst ab Rechtshängigkeit der Zugewinnausgleichklage bei Gericht.

Umgekehrt ist dies natürlich eine vortreffliche Situation für denjenigen, der Zugewinnausgleich zahlen muss. Diesem sollte daran gelegen sein, die außergerichtlichen Verhandlungen so lange wie möglich zu ziehen!

Bedenken Sie also, auf welcher Seite eines Zugewinnausgleichsverfahrens sie stehen und richten Sie ihr prozessuales Verhalten danach.

Gerade bei größeren Summen kommen hier beträchtliche Summen zustande, lassen Sie sich diese nicht entgehen!

Marion Bayer

Marion Bayer

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