Urheberrechtsverletzung durch Verkauf „gebrauchter“ E-Books

8. Januar 2020Dr. Stefan Rinke

Der EuGH hat entschieden, dass der Verkauf gebrauchter E-Books gegen die Europäische Urheberrechtsrichtlinie verstößt.

Die Richtlinie 2001/29/EG „zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft” verlangt die Zustimmung des Urhebers dazu. Spannend ist das allein schon deswegen, weil sich dadurch ein Bruch zur analogen Verlagswelt ergibt. Jedoch, so argumentiert das höchste Europäische Gericht, seien die Rechtsinhaber weitaus stärker beeinträchtigt als im Fall von Büchern auf einem materiellen Träger. Körperliche digitale Kopien von E-Books verschlechtern sich durch den Gebrauch nicht und stellen somit auf einem möglichen Second-Hand-Markt einen perfekten Ersatz für neue Kopien dar. Das rechtfertige die Anwendung der sog. Erschöpfungsregel und kann in der Praxis zu einem Verkaufsverbot für gebrauchte E-Books führen.

Teilen Sie diesen Beitrag:
facebooktwitterfacebooktwitter
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blogtotal