Testsieger Werbung und Fundstellenangabe

31. Dezember 2020Dr. Peter Schotthöfer

Ein Unternehmen vertrieb Farben und warb dafür in einem Prospekt und auf dem Produkt damit, dass es Sieger eines Testes geworden sei. Wo dieser Test veröffentlicht worden war, wurde nicht angegeben.

Das OLG Köln sah darin einen Wettbewerbsverstoß und verbot die Werbung ohne Angabe des Ortes der Veröffentlichung. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes müsse bei einer Werbung mit Testergebnissen angegeben werden, wo der Test zu finden ist, also wo er veröffentlicht wurde. Generell müssten bei der Werbung mit Testurteilen die Angaben leicht und eindeutig nachprüfbar sein. Das bedeute aber auch, dass angegeben werden müsse, wo der Test nachgelesen werden könne. Andernfalls wäre der Verbraucher in seiner Möglichkeit beeinträchtigt, die Angaben zu überprüfen. Immer wenn auf das Ergebnis eines Testes hingewiesen werde, müssten Informationen zu dem Test angegeben werden, um den Test richtig bewerten zu können. Das gelte auch, wenn sich lediglich auf der Produktver­packung der Hinweis auf den Testsieg befände. Eine Fundstelle sei daher auch dann anzu­geben, wenn lediglich objektiv auf einen Testsieg hingewiesen werde, auch wenn dies nicht ausdrücklich herausgestellt werde. Deswegen müssten die Ergebnisse eines Testes näher erläutert werden. OLG Köln vom 10.7.2020; Az. 6 U 284/19

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