Krankenkassen müssen auch Gold-Einlagen bezahlen

22. September 2014

RA ZahorkaAm 02.09.2014 entschied das Bundessozialgericht (BSG) in dem Verfahren B 1 KR 3/13 R, dass gesetzliche Krankenversicherungen im Einzelfall auch die Kosten für Goldinlays übernehmen müssen.

Die Klägerin in diesem Verfahren leidet an einer Allergie auf drei Bestandteile von Amalgam-Füllungen. Sie beantragte bei ihrer Krankenkasse die Übernahme der Kosten von über 3.000,00 € für Goldfüllungen. Die Versicherung lehnte unter Berufung auf die vertragszahnärztliche Versorgung ab und wollte nur die Kosten für Amalgam-Füllungen von rund 300,00 € übernehmen.

Nachdem Sozial- und Landessozialgericht der Klägerin recht gegeben hatten, legte die Krankenkasse Revision zum Bundessozialgericht ein. Auch dieses stellte sich auf die Seite der Klägerin: Zwar sei es für Krankenkassen bindend, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss der Krankenkassen eine Versorgung mit Goldinlays nicht empfohlen habe.

Aber: In Ausnahmefällen liegt dann ein „Systemversagen“ vor, wenn nämlich eine Alternative zu den Goldfüllungen ausscheidet. In dem dargestellten Fall konnte die Klägerin wegen ihrer Allergie nicht mit Amalgam-Füllungen behandelt werden.

Nun muss das Berufungsgericht Ermittlungen anstellen, ob es nicht andere Materialien für Zahnfüllungen gibt, welche die Klägerin verträgt. Ergibt dies keine Alternative, wird ihre Krankenversicherung für die teuren Goldfüllungen aufzukommen haben, so das BSG.

Adeline Zahorka
Rechtsanwältin

Adeline Zahorka

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