Händler muss nicht wissen, wie lange Foto im Schaufenster genutzt werden darf

26. Juli 2017Dr. Peter Schotthöfer

Ein (männliches) Fotomodell hatte sich für eine Schuhkampagne zur Verfügung ge­stellt und vertraglich die Nutzung für eine bestimmte Zeit erlaubt.

Ein Schuheinzel­händler hatte das Foto verwendet und in sein Schaufenster gestellt.
Da es dort auch noch nach Ablauf der vereinbarten Zeit zu sehen war, verlangte das Fotomodell von dem Schuhhändler Unterlassung und Schadenersatz wegen unerlaubter Nutzung.

Nach Auffassung des LG Bonn jedoch konnte und musste der Schuhhändler nicht wissen, welche Zeit für die Nutzung der Aufnahme vereinbart worden war. Einen An­spruch auf Schadenersatz besteht deswegen nicht. Auch nach den Grundsätzen der “ungerechtfertigten Bereicherung“ sei nichts zu bezahlen. Der Schuhhändler sei nämlich nicht bereichert, weil das Foto mit Zeitablauf immer weniger wert gewesen sei.

LG Bonn vom 22.4.2015; Aktz. 9 O 163/14

Rechtsanwalt Dr. Peter Schotthöfer, München

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