Gewinnspielteilnahme

15. Dezember 2020Dr. Peter Schotthöfer

Ein Unternehmen hatte für seine Whirl – Pools im Internet geworben mit dem Angebot, dass man sie bewerten könne und dann ein Los erhalte.

Diese Werbung sei als bezahlte Empfeh­lungen unzulässig. Wer eine Empfehlung ausspreche, müsse frei und unabhängig sein.

In dem der Entscheidung zu Grunde liegenden Fall müsse davon ausgegangen werden, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bewertungen nur deshalb abgegeben wurde, weil sie dadurch eine Gewinnchance erhielten. Im Übrigen komme es auch nicht darauf an, “expres­sis verbis” eine Bewertung abzugeben, das Anklicken eines Buttons reiche aus. Auch die Tatsache, dass die Werbung nur auf Google-mail Business geschaltet worden war, weswe­gen die Besucher der Seite von vorneherein gewusst hätten, dass es sich um Werbung han­delt, trifft nicht zu.

Auch wenn – wie behauptet – tatsächlich nur zwei der insgesamt 4000 Bewertungen aufgrund des “like” Buttons mitgewirkt hätten, ändere dies nichts. Allein bei der Zahl der Bewertungen sei davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil der Bewertungen nur deswegen abgegeben worden war, weil die Teilnehmer so die Gewinnspielberechtigung erhielten. Das sei zwar noch keine „bezahlte“ Empfehlung. Auch wenn durch diese Methode zahlreiche Bewertun­gen erreicht werden könnten, meine der Verbraucher, dass nur zufriedene Kunden sich posi­tiv geäußert hätten. OLG Frankfurt vom 20.8.2020; Az. 6 U 270/19

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