Führerschein mit 17 – Familiengericht entscheidet Streit der Eltern

14. November 2013

RA ZahorkaDie Eltern eines 17-jährigen Jungen sind geschieden und teilen sich für den gemeinsamen Sohn das Sorgerecht. Der Sohn wollte gerne den Führerschein mit 17 Jahren machen. Sein Vater lehnte dies wegen einer SMS mit beleidigendem Inhalt, die ihm sein Sohn vor ein bis zwei Jahren schrieb, ab.
Das Amtsgericht Hannover hat am 14.10.2013 auf die Mutter des Jungen die Befugnis zur Entscheidung für die Zustimmung zur Anmeldung zum begleiteten Fahren übertragen und damit begründet, dass das Ablegen der Führerscheinprüfung und das unter Anleitung der Mutter durchgeführte begleitete Fahren dem Kindeswohl entspreche. Durch das begleitete Fahren übten junge Menschen das Autofahren unter Anleitung, was positive Auswirkungen auf die Unfallzahlen habe.
Die Argumente des Vaters stufte das Gericht zum einen als sachfremde Erwägung ein. Außerdem seien die mit der Verweigerung der Zustimmung angestrebten pädagogischen Ziele sachfremd und zweckverfehlt. Zwar gab der Junge zu, seinem Vater eine Nachricht beleidigenden Inhalts geschrieben zu haben, als er auf diesen wütend war. Jedoch gab er dem Gericht zu verstehen, dass er eine solche Nachricht heute nicht mehr schreiben würde. Das Gericht berücksichtigte in seiner Entscheidung auch, dass der heute 17-jährige sich in den letzten Jahren weiterentwickelt habe, sodass für sein damaliges Verhalten die Konsequenzen, die ihn jetzt durch die verweigerte Zustimmung des Vaters treffen, unangemessen wären.
Es ist im Falle von Unstimmigkeiten bei der Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts empfehlenswert, sich anwaltlichen Rat einzuholen, möglichst durch im Familienrecht spezialisierte Rechtsanwälte.

Adeline Zahorka

Adeline Zahorka

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