Fotos von Immobilien

3. März 2020Dr. Peter Schotthöfer

Ohne Fotos von Immobilienobjekten lassen sich diese heutzutage nicht mehr vernünftig be­werben.

Allerdings ist beim Umgang mit diesen Fotos Vorsicht geboten, weil die rechtlichen Voraussetzungen, insbesondere das Urheberrechtsgesetz, aber auch das Datenschutzge­setz in der Form der Datenschutzgrundverordnung beachtet werden müssen. Urheber und damit Inhaber der Rechte ist die Person, die ein Foto anfertigt, also auf den Auslöser ge­drückt hat. Der Urheber kann aber das Recht zur Nutzung an seiner Arbeit, nämlich den Fotografien an andere übertragen. Hat der Makler oder Bauträger die Aufnahmen selbst gefertigt, kann er bestimmen, was damit geschehen soll und was nicht. Da nur natürliche Personen, also Menschen, Urheber sein können, hat der Bauträger kein eigenes Urheber­recht als Gesellschaft, das steht vielmehr dem Mitarbeiter zu, der die Aufnahme gefertigt hat. Deswegen ist dringend zu empfehlen, dass der Auftraggeber mit den fotografierenden Mitar­beitern oder freien Fotografen eine entsprechende Vereinbarung schließt, die ihm die Nutzung der Aufnahmen erlaubt.

Dann kommt es darauf an, was fotografiert wurde. Sind dies Personen, ist immer deren vor­herige Einwilligung erforderlich, es sei denn bei diesen Personen handelt es sich nur um „Beiwerk“, also solche, die nicht im Vordergrund stehen, nicht erkennbar sind und für das Bild eigentlich keine Rolle spielen. Bei Bildern von Häusern, Wohnungen etc. wird in aller Regel eine Einwilligung des Eigentümers oder Mieters vorliegen. Ist dies nicht der Fall, sind die Aufnahmen nur dann zulässig, wenn sie von öffentlichem Grund ausgemacht wurden (und dabei keine Hilfsmittel wie Leitern, Drohnen etc. benutzt wurden), also im Rahmen der so genannten „Panoramafreiheit“. Für Innenaufnahmen gilt dieser Grundsatz der Panora­mafreiheit nicht, hier ist immer die Einwilligung des Berechtigten (Mieter, Eigentümer) not­wendig. Hat der Makler nicht selbst die Aufnahmen gefertigt, ist eine Vereinbarung zwischen ihm und dem Fotografen über die Nutzung der Fotos von großer Bedeutung, in der das Nutzungsrecht möglichst umfassend geregelt wird (Nutzung für Prospekt? Nutzung für Inter­net? Nutzung für Flyer etc.?).

Wer sich nicht an diese Regeln (mehr zum Urheberrecht und den Rechtsfragen bei der Ver­wendung Fotos in: Schotthöfer, wie verhalte ich mich…, S. 168 f) hält und die Aufnahmen in rechtlich unzulässiger Weise nutzt, kann sich schnell Unterlassungs- und Schadenersatzan­sprüchen ausgesetzt sehen.

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