Der Firmenwagen im Unterhaltsrecht

8. Dezember 2015

RAin LindhoferFür die Bewertung des Firmenwagens bei der Einkommensberechnung im Unterhaltsrecht gibt es derzeit keine festen Regeln. Fest steht nur, dass die Überlassung eines Firmenwagens einkommenserhöhend wirkt, nur in welcher Höhe, das ist die Frage.

Das Gericht kann sich letztendlich auf § 287 ZPO berufen und den Vorteil schätzen. Aber auch dazu braucht es Anhaltspunkte. Die meisten Oberlandesgerichte neigen dazu nach der 1 % Regelung den Vorteil anzusetzen, wie er auch im Steuerrecht gilt, nämlich 1 % des Listenpreises bei Anschaffung eines Neuwagens, z.B. 37.000 Euro x 1 % = 370 Euro. Aber es können auch noch Korrekturen vorgenommen werden, z.B. wenn der Firmenwagen nicht neuwertig oder der Listenpreis sehr hoch ist und die steuerliche Belastung ebenso. Die Steuerlast, die sich aus dem Firmenwagen als Sachbezug ergibt, kann zusätzlich abgezogen werden. Dafür müsste dann aber alternativ eine Einkommensberechnung ohne die Sachleistung Firmenwagen vorgenommen werden, um die Differenz zur steuerlichen Belastung aufzudecken. Die steuerliche Belastung mit Firmenwagen wäre dann der Abzugsposten für den ermittelten 1 % Betrag. Da hier schnell einige hundert Euro gespart sein können, lohnt eine solche alternative Berechnung auf jeden Fall und Lohnberechnungsprogramme sind im Internet zahlreich verfügbar.

Rechtsanwältin Gabriele Lindhofer
Fachanwältin für Familienrecht

Gabriele Lindhofer

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