Fotos von Frau im Bikini im Hintergrund: Kein Schadenersatz

16. April 2018Dr. Peter Schotthöfer

In der Zeitung mit den großen Buchstaben erschienen ein Bericht, in dem über einen bekannten Profifußballer berichtet wurde,

den man am Strand von Mallorca ausgeraubt hatte. Auch ein Foto des Fußballstars war abgebildet, das ihn am öffentlichen Strand vor einer Abfalltonne zeigte, im Hintergrund eine Frau mit einem lilafarbenen Bikini auf einer Strandliege. Diese Dame verlangte von der Zeitung nun Unterlassung der weiteren Verwendung der Aufnahme und Schadenersatz für die Veröffentlichung des Bildes, da sie mit dessen Anfertigung nicht einverstanden gewesen sei.

Die Richter des OLG Karlsruhe waren der Meinung, dass die Dame zwar die weitere Verwendung verbieten könne, ein Schadenersatz stehe ihr aber nicht zu. Durch die Veröffentlichung des Fotos sei zwar ihr Recht am eigenen Bild verletzt, denn sie sei darauf zu erkennen. Eine Einwilligung zur Verwendung des Fotos zu Illustration des Artikels habe sie nicht erteilt. Die Dame habe aber in keinerlei Beziehung zu dem Fußballspieler gestanden, die Aufnahme zeige sie in ihrem privaten Bereich. Deswegen könne auch nicht von einem “zeitgeschichtlichen Ereignis“ die Rede sein, bei dem eine derartige Aufnahme auch ohne Einwilligung der abgebildeten Person zulässig sei.

Allerdings lehnte das Gericht den Anspruch auf Zahlung eines Schadenersatzes wegen Veröffentlichung des Bildes ab. Ein derartiger Anspruch werde nur gewährt, wenn in das Persönlichkeitsrecht in schwerwiegender Weise eingegriffen worden wäre. Davon könne hier nicht die Rede sein. Die Abbildung sei weder anstößig noch obszön, die Dame sei auch situationsadäquat gekleidet gewesen. Eine schwer- wiegende Persönlichkeitsverletzung liege daher in der Aufnahme nicht.

OLG Karlsruhe vom 14.5.2014; Az: 6 U 55/13

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