AG Oldenburg: Webdesigner muss Unterlagen seines Auftraggebers auf Urheberrechte Dritter überprüfen

15. März 2016

florian_steinerWenn ein Webdesigner mit der Gestaltung einer Website beauftragt wird, muss er in Bezug auf Verwendbarkeit nicht nur sein eigenes, sondern auch das Material überprüfen, das ihm dieser übergeben hat. Im konkreten Fall war ein Grafiker mit der Gestaltung einer Webseite für eine Seniorenresidenz beauftragt worden.

Ein Mitarbeiter des Auftraggebers übergab ihm einen Kartenausschnitt mit einer Anfahrtsskizze, die er einbauen sollte. Wie sich herausstellte, war jedoch die Verwendbarkeit dieser Fotos nicht geklärt. Der Inhaber dieser Rechte klagte gegen die Seniorenresidenz und gewann. Der Kartenausschnitt sei urheberrechtlich geschützt. Der Webdesigner habe die urheberrechtliche Verwendbarkeit der Aufnahmen selbst prüfen und sich nicht auf die Aussage des Mitarbeiters verlassen dürfen. Es sei auf den ersten Blick erkennbar gewesen, dass die Karte von einem Dritten, also nicht dem Mitarbeiter stammte. Die Arbeit des Webdesigners sei deswegen mangelhaft gewesen, weil er auch ein Werk habe liefern müssen, das von Rechten Dritter nicht belastet sei.

AG Oldenburg, Urteil vom 17.4.2015 – Az. 8 C 8028/15

Rechtsanwalt Florian Steiner, München
Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz

Teilen Sie diesen Beitrag:
facebooktwittergoogle_plusfacebooktwittergoogle_plus
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Blogtotal
TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste
Foxload